Die Außenseiter sind im Mainstream angekommen

Die Außenseiter sind im Mainstream angekommen

Heavy Metal galt lange Zeit als Musik der Außenseiter, oder wurde gar als Krach und Lärm verhöhnt. Das hat sich deutlich gewandelt, heute ist die Musikrichtung längst im Mainstream angekommen. Die harten Klänge ziehen alle Gesellschaftsschichten und Altersgruppen gleichermaßen in ihren Bann. Zahlreiche Bands, wie Black Sabbath, Metallica oder Iron Maiden haben alle musikalischen Modeströmungen überlebt und füllen bis heute die größten Fußballstadien der Welt. Ihre Shows sind weltweit ausverkauft, die Plattenverkäufe können sich sehen lassen. So wurde aus der Musik der Arbeiter ein Phänomen, das die Massen bewegt.

Die Könige der Rock-Festivals

Der Sommer gehört traditionell den Rock-Festivals. Kaum hält sich die Sonne etwas länger am Himmel, schießen sie wie die Pilze aus dem Boden. Bands aus der Heavy-Metal-Szene haben sich dabei schon seit langem einen Fixplatz gesichert und zählen zu den größten Garanten für ein ausverkauftes Musikfest. Ob beim Wacken Open Air in Norddeutschland, oder sonst wo auf der Welt, hier regiert der Heavy Metal. Aus den Szene-Festivals sind genre-übergreifende Massenspektakel geworden, die alle Fan- und Altersgruppen anziehen. Schließlich sind die Hörer mit ihren Band mitgewachsen, gleichzeitig findet Heavy Metal immer noch neue Fangruppen, die sich für den harten Sound begeistern können.

Vom Blues zur riffdominierten Härte

Das war nicht immer so. In den 1970er Jahre, als sich die Szene entwickelte und erst recht in den 1980er Jahren, als die Szenen ihre ersten großen Höhepunkte feiert, war man strikt unter sich. Heavy-Metal-Fans mit ihren langen Haaren und Kutten wurden ebenso schief angesehen, wie die Punks. Bürgerliche Kreise fühlten sich von den Außenseitern provoziert und lehnten ihre Musik entschieden ab. In den USA gab es immer wieder Bestrebungen deren Musik mit entsprechenden Aufklebern zu „brandmarken“ oder sogar zu verbieten. Band wie Black Sabbath oder Kiss wurde eine Nähe zu satanischen Kreisen unterstellt und ihre Musik als gewaltverherrlichend verunglimpft. Doch die Bad-Boys nahmen diese Auswüchse gelassen. Sie konnte sich auf eine stetig anwachsende und treue Fangemeinde verlassen, die ihre Lieblinge gegen alle Angriffe von außen konsequent verteidigte. Das Image der Bands führt im Gegenteil dazu, dass die Verkäufe weiter in den Himmel schossen. Schließlich legten die Kids Wert darauf, sich von ihren Eltern auch musikalisch abzuheben.

Vom Blues zur riffdominierten Härte
Vom Blues zur riffdominierten Härte

Ein Genre für alle

Was aus dem Blues entstanden war und den Pschedelic-Rock der 1970er Jahre in sich aufgesaugt hatte, wuchs zu einem eigenständigen Genre heran. Hier fanden sich alle Musikfans ein, die sich von der Gesellschaft unverstanden oder gar ausgestoßen fühlen. Die Subkultur stieß niemanden aus, sondern akzeptierte jeden. Im Laufe der Jahre kristallisierten sich zahlreiche Subgenres heraus, die ihren Einfluss auch in den 1990er Jahren während der Grüne-Revolution deutlich machten. Heute gilt Heavy Metall als etwas Solides und Verlässliches. Ihre größten Vertreter zählen zu den erfolgreichsten Live-Bands der Welt und füllen mühelos die größten Locations. Ob Arbeiter, Rechtsanwalt, Philosoph oder Verkäufer, sie alle hören mittlerweile Heavy Metal. Damit ist die Musikrichtung dort angekommen, wo es eigentlich niemals hinwollte: in der Mitte der Gesellschaft.